Der 23-jährige Prince Iragena, Stipendiat der Bachner Stiftung, wusste schon immer: Er möchte einen Beruf haben, in dem er anpacken und etwas Greifbares schaffen kann. Um diesem Ziel näherzukommen, setzte er schon in der Schule einen besonderen Schwerpunkt auf Fächer wie Mathematik, Chemie und Physik. Bald kristallisierte sich heraus: Elektrotechnik ist sein Ding!

Von Ruanda nach Deutschland

„Mir war schnell klar, dass ich in Deutschland meine Ausbildung, aber auch Karriere machen möchte“, erzählt Iragena im Gespräch. Deutschland habe in den technischen Berufen international einen sehr guten Ruf. „Deswegen habe ich schon daheim in Ruanda angefangen, Deutsch zu lernen. Die Sprache ist eine Herausforderung, da sie komplett anders ist als meine Muttersprache Kinyarwanda. Derzeit mache ich als Vorbereitung auf meine Ausbildung einen Intensivsprachkurs – das hilft mir sehr.“

Doch wie kam Iragena aus dem beinahe 6.000 km entfernten Ruanda auf die Bachner Stiftung aus Mainburg? Die Antwort darauf: eine Mischung aus Zufall und dem guten Ruf der Bachner Group. „Ich habe mich mit einem Freund ausgetauscht, der bereits seit neun Jahren in Deutschland bei einem Automobilhersteller arbeitet“, sagt Iragena. „Er kannte die Firma Bachner aus einem gemeinsamen Projekt und schlug vor, sich dort zu bewerben. Daraufhin habe ich recherchiert und die Stiftung entdeckt. Nachdem ich einen Beitrag über George Onyango, einen anderen Stipendiaten, gelesen hatte, beschloss ich, es einfach zu versuchen.“

Die Zukunft mitgestalten

In einem Videocall lernte Iragena dann Hans und Sabine Bachner kennen. „An Prince ist mir vor allem sein hohes Engagement und seine Motivation für eine Karriere in Deutschland aufgefallen“, erinnert sich Sabine Bachner. „Aber auch auf persönlicher Ebene hat es einfach gepasst. Daher war er der perfekte Kandidat für unsere Stiftung.“

Seine hohe Motivation führt Iragena nicht zuletzt auf die Geschichte seines Heimatlandes Ruanda zurück. Nach dem Völkermord an den Tutsi 1994 musste sich das Land neu erfinden und viele Aspekte der Gesellschaft neu aufbauen. „Es mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen, aber das Thema unserer jährlichen Gedenkveranstaltung ‚Remember – Unite – Renew‘ (dt. erinnern – vereinen – erneuern) inspiriert mich dazu, mich jeden Tag anzustrengen und mein Bestes zu geben“, sagt Iragena. Bisher sei es ihm aber erst einmal wichtig, die Sprache zu lernen und sich in Deutschland einzuleben, bevor er seine Ausbildung im September bei der Bachner Group beginnt. An Vieles hier müsse er sich erst gewöhnen – die ganze Mentalität sei eine andere. „Außerdem ist es mir zu kalt“, sagt er mit einem Lachen.

Kinyarwanda: Nationalsprache Ruandas

Kinyarwanda gehört zu den Bantusprachen und ist die Muttersprache von rund 15 Millionen Menschen. Gesprochen wird sie nicht nur in Ruanda, sondern auch in Kongo und Uganda. Während das Deutsche Bedeutung vorrangig über Wortstellung und -endung sowie unterschiedliche Fälle organisiert, greift Kinyarwanda auf komplexe Verbformen und teils mehrere Vorsilben am gleichen Wort zurück.